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Gluconeogenese

Gluconeogenese nur bedarfsgesteuert? - Mein Fazit dazu heißt: Nein! Wer zuviel Protein isst, der kommt aus der Ketose und dessen Leber produziert zuviel Glucose.

Nur ganz Schlanken macht zu viel Protein nichts aus. Alle anderen kommen dadurch aus der Ketose und in den Modus einer Raupe Nimmersatt! Gewichtsabnahme ist dann schwer!

 

Gluconeogenese ist der Prozess, bei dem die Leber aus Protein Glucose produziert, um bei der ketogenen Ernährung ohne Kohlenhydrate für die wenigen Zellen, die noch Kohlenhydrate benötigen, die Glucose zur Verfügung zu stellen.

Es gibt Studien aus der Petrischale, die belegen sollen, dass die Gluconeogenese nur stattfindet, wenn die Zellen Glucose benötigen.

Diese Behauptung widerspricht aber all den Erfahrungen, die ich mit Klienten gemacht habe. Wer überschüssiges Eiweiß zur Verfügung hat, dessen Leber und zu 30 % auch die Niere, wandeln dieses in überschüssigen Zucker um. Der führt zu denselben Fettpolstern, die sich ergeben würden, wenn man Zucker und Kohlenhydrate direkt konsumiert. Die Tiefe der Ketose sinkt dann meist unter 1 mmol/l und die Leute nehmen wieder an Gewicht zu. Außerdem entstehen in verstärktem Maße wieder Gelüste und Hunger, was man ja gerade in der tieferen Ketose um die 2 mmol/l nicht hat. Warum das auch bei uns teilweise sehr unterschiedlich ist, erklärt sich aus dem Grad der Insulinresistenz und damit einhergehend der Hyperinsulinämie.

Wie ist es bei Sportlern? Kraftsportler können mit überschüssigem Protein ihre Glykogenspeicher füllen. Das wiederum ist ja auch ein Zeichen, dass der Körper sich der Gluconeogenese bedient und sie eben nicht nur bedarfsgesteuert ist.

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Kommentare: 6
  • #1

    Sandra (Mittwoch, 27 Juli 2022 08:04)

    Das wäre mal eine Erklärung WARUM bei mir nix klappt; gesagt wurde mir 1,5 g/Protein pro kg IST GEWICHT. Was ist denn nun richtig? Leider blicke ich echt nicht mehr durch was und wieviel Protein nun verzehrt werden sollte. Jeder gibt eine andere "Schlagzahl" an Protein pro kg Körpergewicht vor.

  • #2

    Andrea Sabine Siemoneit (Mittwoch, 27 Juli 2022 08:29)

    Hallo Sandra, ganz genau! Die Proteinbefürworter predigen sehr hohe Zahlen. Das ist gut für jemanden, der keine Insulinresistenz hat und an Körper- oder Muskelmasse zunehmen möchte.
    Der möchte eher im Kohlenhydratstoffwechsel sein, also in geringer Ketose. Es überwiegt das aufbauende Hormon Insulin.
    Für Leute, die abnehmen wollen, sind, meiner Ansicht nach, die 50-60 g Eiweiß pro Tag ausreichend. Der Körper ist ja auch in der Lage Proteine zu recyceln, wie das beim Fasten immer als Autophagie bezeichnet wird.

  • #3

    Sandra (Mittwoch, 27 Juli 2022 09:00)

    DANKE Andrea, das dachte ich mir; das ich da wohl über´s Ziel schieße was die Proteine angeht. Bei 160 wurden mir 90 Gramm geraten.; das sind die 1,5 g/kg Körpergewicht :-(

  • #4

    Mark (Mittwoch, 27 Juli 2022 09:35)

    Deswegen ist 16:8 intermittent fasting hilfreich, stimmt das?

  • #5

    Andrea Sabine Siemoneit (Mittwoch, 27 Juli 2022 17:04)

    Hallo Mark, wer bei 16:8 Fasten dennoch zu viel isst, auch zu viel Eiweiß, der wird kaum in den Genuss der Ketose kommen. Man kann auch mit 16:8 zunehmen. Es sollten dabei keine zu großen Mengen sein und nicht zu viel Insulin stimuliert werden. Aber grundsätzlich ist 16:8 wesentlich besser als umgekehrt.

  • #6

    Hubert (Samstag, 13 August 2022 18:53)

    So so. 50-60g Protein beim Abnehmen hilft wunderbar die noch kaum vorhandenen Muskeln abzubauen. Eine super Empfehlung. Derjenige, der schon versucht hat, die Muskeln aufzubauen, weiss ganz genau, dass das sehr sehr schwer geht. Gewicht kann man wunderbar schnell verlieren, man soll das nur so gestalten, dass man Fettmaße verliert, nicht Muskeln.