Bryan Johnsons Autoimmunerkrankung: Wie seine vegane Ernährung seinen Magen angreift

Bryan Johnson

Bryan Johnson gilt als das Aushängeschild der Longevity-Bewegung: Millionen Dollar Budget, über hundert Biomarker im monatlichen Check, eine bis ins Detail durchgeplante, streng pflanzliche Ernährung. Nun hat er trotz vermeintlich bester Nährstoffversorgung und zahlreicher Supplemente eine Autoimmunerkrankung des Magens entwickelt. Auf Social Media brachte er es selbst auf den Punkt: "Ich habe eine Autoimmunerkrankung. Mein Magen frisst sich selbst auf."

Dabei ist Johnson einer der bekanntesten Proponenten einer pflanzlichen Ernährungsweise, die er für gesund hält und mit der er eine besonders hohe Langlebigkeit erzielen wollte. Sein Fall zeigt aus unserer Sicht exemplarisch, wohin eine rein pflanzliche Ernährung langfristig führen kann.

Was genau wurde bei Bryan Johnson diagnostiziert?

Eine Autoimmunerkrankung bedeutet immer, dass der Körper gegen sich selbst angeht: Das Immunsystem attackiert Organe und schädigt oder zerstört sie. Im konkreten Fall bei Bryan Johnson greift das Immunsystem die säureproduzierenden Belegzellen (Parietalzellen) im Magen an und reduziert dadurch die Magensäureproduktion, was die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigt.

Die Erkrankung gilt als unheilbar; es gibt derzeit keine zugelassene Therapie, die den Krankheitsverlauf ursächlich stoppt – behandelt werden bislang nur Nährstoffmängel, während Komplikationen überwacht werden. Diagnostiziert wurde die Erkrankung im Mai, nachdem sein Team jahrelang anhaltend niedrige Ferritinwerte nicht erklären konnte.

Warum ist das so? Die Rolle von Lektinen und Leaky Gut

Autoimmunerkrankungen beruhen meist auf einem durchlässigen Darm, ausgelöst durch pflanzliche Lektine – das sind pflanzliche Proteine, die wir nicht verdauen können. Vereinfacht gesagt dringen sie durch die Darmbarriere und werden als Fremdeiweiß im Körper erkannt und vom Immunsystem attackiert. Da sie sich an gewisse Organe andocken, wird dieses Organ attackiert.

Mehr zu Lektinen und Autoimmunerkrankungen.

Die Klinik ICMNI in Ungarn (www.paleomedicina.com), geleitet von Dr. Zsofia Clemens, warnt in diesem Zusammenhang vor jeglichen Supplementen, Nachtschattengewächsen und Hülsenfrüchten. Zu Autoimmunerkrankungen heißt es von dort: Ursache für die Autoimmunprozesse ist die krankhafte Darmdurchlässigkeit, das Syndrom der Darmdurchlässigkeit (Leaky-Gut-Syndrom). Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand der Klinik ist die paläo-ketogene Diät unter den Diäten und möglichen Methoden die einzige, die imstande ist, die krankhafte Darmdurchlässigkeit zu beseitigen – und damit die geeignete Methode, um Autoimmunprozesse aufzuhalten.

Johnson führt seine Erkrankung selbst teils auf eine ungesunde Ernährung in der Jugend, chronischen Stress und eine frühere depressive Phase zurück und vermutet, dass sich damals bereits ein Autoimmunprozess entwickelte, der zunächst seine Schilddrüse und später die Magenschleimhaut betraf. Aus unserer Sicht wird durch seine pflanzenbasierte, vegane Kost der letzten Jahre dieser Prozess zusätzlich befeuert: Sowohl die pflanzlichen Lektine als auch die zahlreichen Antinährstoffe, die in Pflanzen enthalten sind, schaden seinem Körper Stück für Stück und vergiften ihn zunehmend.

Was in seiner Ernährung zusätzlich fehlt

Eine pflanzliche Ernährung ist immer ein Risiko für zu niedrige Ferritin- und Eisenwerte. Hätte Bryan Johnson tierische Produkte mit Hämeisen zu sich genommen, wäre die Bioverfügbarkeit wesentlich höher gewesen. Aber auch die durch die Erkrankung geschwächte Magensäure führt zusätzlich zu einer verringerten Eisenaufnahme.

Zudem fehlen ihm bioverfügbare Nährstoffe aus Tierischem: ein ausgewogenes Spektrum an bioverfügbaren Aminosäuren aus tierischen Proteinen, bioverfügbare Mineralien sowie Vitamine – insbesondere fettlösliche – und Cholesterin. Auch die in pflanzlichen Ölen überrepräsentierte, entzündungsfördernde Linolsäure könnte seinem Organismus zusätzlich geschadet haben.

Dass der Baustoff Kollagen in Pflanzlichem nicht zu finden ist, war Bryan Johnson immerhin klar – er nimmt Kollagen deshalb als Supplement zu sich.

Die Supplement-Falle

Um seine Mangelernährung auszugleichen, nimmt Johnson zahlreiche zusätzliche Supplemente ein. Ursprünglich waren es rund 100 Pillen am Tag, inzwischen sind es "nur mehr" 40 bis 50. Das Problem dabei: Viele der heute als Heilmittel beworbenen Nahrungsergänzungsmittel aus Superfoods enthalten selbst wieder Antinährstoffe aus Pflanzlichem. Kurkuma etwa, das die Oxalsäure enthält, ist nur eines von vielen Beispielen. Auch Bitterstoffe sind, im Übermaß konsumiert, problematisch.

Beitrag zu Antinährstoffen in Pflanzlichem

Was würden wir Bryan Johnson raten?

Aus Carnivore-Sicht wäre der naheliegende Schritt: alles Pflanzliche für eine Zeit wegzulassen, den Körper stattdessen mit den bioverfügbaren Nährstoffen aus fettem Fleisch zu versorgen und auf die zahlreichen Supplemente zu verzichten. Der Körper kann auch von selbst wieder heilen – wenn man ihm die richtigen Bausteine gibt und die täglichen Belastungen durch Lektine und Antinährstoffe wegfallen.

Reading next

Migräne heilbar? Was Keto-Carnivore wirklich bewirkt