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Ballaststoffe

Das Buch „Darm mit Charme“ hat in Deutschland dafür gesorgt, dass wir jetzt noch mehr Ballaststoffe in Form von Vollkornprodukten, Samen und Gemüse zu uns nehmen. Unser Mikrobiom braucht schließlich Futter und ist so wertvoll, oder? Aber was ist, wenn man einfach weniger Bakterien im Magen-Darm-Trakt hat. Komisch, dass es gerade Leuten mit Magen-Darm-Problemen unter der „Nur-Fleisch“-Diät wesentlich besser geht. Körperlich und geistig!

 

Wenn man nach dem Essen von Weizenkleie oder Nüssen Durchfall bekommt, ist das dann ein Zeichen, dass die Verdauung gut läuft? Oder kann es sein, dass der Darm diese Giftstoffe möglichst schnell loswerden möchte und sie schnellstmöglich entsorgt. Wenn die ganzen Ballaststoffe von den Bakterien verdaut werden und so Gase entstehen, ist das dann ein normales Verdauungszeichen, ständig zu pupsen? Wenn der Magen-Darm-Trakt aufgebläht ist. Gehört das zu einem schönen Körper dazu? Denkt an die vielen ganz dünnen Leute, die diesen Blähbauch haben. Der Magen-Darm-Trakt ist bei ihnen einfach stark vergrößert. Frau Vollkorn ernährt sich ja so gesund, laut DGE! Hat aber leider viele Verdauungsprobleme. Wer sich nur von Fleisch ernährt, hat weder Futter für Darmbakterien noch für sonstige Bakterien, die an allen möglichen Entzündungen im Körper beteiligt sind. Deshalb lindert man dadurch oft auch Dermatitis und Erkältungssymptome! Natürlich hat man seltener Stuhlgang. Ich vermisse das aber nicht. Wer würde das schon? Der Begriff FODMAP steht für alle Formen von Mehrfachzuckern, die in Ballaststoffen stecken: Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides, Polyols. Es gibt dazu ein kurzes deutschsprachiges YouTube-Video „Was sind FODMAPS und wie sie RDS-Symptome auslösen“. Dass in den Ballaststoffen nicht nur Mehrfachzucker stecken, also diese FODMAPs, sondern auch Giftstoffe, davon sind Carnivoren überzeugt und das bestätigt ihre Erfahrung mit der Diät. Zu den Giftstoffen gehören Lectine (zerstören Darmwand), Oxalate (bilden Nierensteine und spitze Nano-Kristalle), Phytate (Antinährstoffe, die die Mineralstoffaufnahme im Darm verhindern), Protease- und Alpha Amylase Inhibitoren (verhindern Aufnahme von Aminosäuren, also Proteinen). Die Liste geht noch lange weiter! Dass der Konsum von Ballaststoffen gesundheitsfördernd sein soll, bestätigen bisher nur unprofessionelle Studien. Eine leichte Korrelation wird oft als Beweis für die These angesehen, ohne dass ein Zusammenhang gefunden werden kann. Korrelationen kann man aber zu fast allem Gewünschtem finden.

Schimpansen können im Gegensatz zu uns aus Ballaststoffen Kalorien gewinnen. Das unterscheidet uns also auch von den Affen, dass unser Verdauungstrakt sich soweit verändert hat! Deshalb heißen Ballaststoffe ja auch so. Übrigens kann man diesen Gedankengang sehr leicht weiter fortführen: Hätte der Mensch früher viel Pflanzliches gegessen, hätte er diese Fähigkeit, Ballaststoffe zu verstoffwechseln, nicht verloren! Abschließend noch ein Gedankenexperiment zu unserer Vorzeit: Stellt euch vor, ihr wärt Urmenschen, die sich in unseren Wäldern durchschlagen müssten. Glaubt ihr wirklich, dass ihr euch mit Blättern, bitteren, verfaulten Nüssen und ein paar Himbeerchen sättigen könntet? Die Wahrscheinlichkeit am Ende des Tages vergiftet und unterernährt in der Ecke zu liegen, wäre doch sehr groß, denke ich.

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