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Mutterkuhhaltung

Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, eine Führung über einen Bio-Weidehof ganz in unserer Umgebung zu erhalten. Familie Wandinger, die den Klauser-Biohof (www.beimklauser.de) unterhält, hat vor fünf Jahren auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Mutterkuhhaltung heißt, dass die Kälber über 9 bis 12 Monate bei ihrer Mutter bleiben und von ihr gesäugt werden. Es ist somit für die Tiere eine wesentlich natürlichere Form der Haltung als bei einem Milchwirtschaftsbetrieb, bei dem die Tiere früh von der Mutter getrennt werden. Für die Wandingers war die Milchkuhhaltung auch nicht mehr wirtschaftlich. Ursprünglich hatten die Wandingers nur Fleckvieh. Ihre Milchkühe haben sie behalten und mit anderen Rassen besamt, dem Angus und vor allem dem Limousin. Mit ihren Tieren die aus diesen Kreuzungen hervorgegangen sind, sind sie sehr zufrieden, weil sie sich sehr robuster Gesundheit erfreuen. Ihre Mutterkühe erreichen ein Alter von 12 bis 20 Jahren. Die männlichen Kälber behalten sie als Ochsen und trennen alle erwachsenen Ochsen von den Mütterkühen und Kälbern. Somit haben sie zwei getrennte Weiden und Ställe. Die Tiere können nach Belieben rein und raus und wie wir beobachten konnten, haben sie sich gerne an die Massagerollen geschmiegt. Sehr amüsant war das zu sehen. Auf den Weiden um den Hof werden getrennte Bereiche abgesteckt, so dass die Rinder im Rotationsrhythmus alle drei bis vier Wochen neue Flächen zum Grasen erhalten. Auf ihren anderen Flächen, die sich weiter entfernt vom Hof befinden, wird das Heu für den Winter gesammelt. Um das Futter besonders vitaminreich und abwechslungsreich zu gestalten, haben sie bestimmte Gras- und Kräutersorten mit angesät. Die Rinder bekommen im Sommer frisches Gras und im Winter Grassilage oder Heu. Thomas Wandinger erklärt, dass alles andere Futter für die Kuh nicht artgerecht ist, wie z.B. Getreide, Mais oder Soja. Der Pansen ist alleine auf die Verdauung von Gräsern und Kräutern ausgelegt. Auch in kargen Jahren kommt der Klauser-Biohof mit seiner eigenen Weidefläche zurecht, denn ihr Viehbesatz ist mit 1,6 Großvieheinheiten pro Hektar sehr gering. Das beugt auch der Überdüngungsproblematik vor, der Fleischproduzenten im intensiven Anbau beim Zukauf von Futter ausgesetzt sind. Den Traum, außerdem Wollschweine im Freilandgehege großzuziehen, hat die Familie Wandinger aufgrund der starken Auflagen aufgegeben. Dazu bräuchte man einen doppelten Zaun, um jeglichen Kontakt mit Wildschweinen, die die Schweinepest übertragen könnten, zu verhindern. Dazu kommt meines Wissens noch ein Stall mit hohen hygienischen Vorschriften. „Ein Schwein, das im Dreck suhlen darf, was Schweine eigentlich von ihrer Natur her am liebsten tun würden, gibt es heute leider nicht mehr“, kommentierte Thomas die Situation der Schweinehaltung heutzutage. Die Weiderinder werden im Alter von ca. 24 Monaten geschlachtet. Ihr Fleisch ist aufgrund des langsamenWachstums und der reinen Weidehaltung wesentlich marmorierter als das durch die schnelle Aufzucht mit Kraftfutter der Fall wäre. Neben der Direktvermarktung von Fleisch und reiner Rindersalami, verkaufen die Wandingers ihr Fleisch an die Herrmannsdorfer Bioläden und an den Bioregionalvermarkter Tagwerk in Dorfen.

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