· 

Rotes Fleisch

 

Heute möchte ich einen Vortrag von Nina Teicholz zusammenfassen, den man auf YouTube unter dem Titel „Red Meat and Health“ findet. Nina Teicholz ist wissenschaftliche Journalistin. Sie hat für das Buch „Big Fat Surprise“ 10 Jahre lang Studien ausgewertet. Wie sie sagt, dachte sie ursprünglich, dass sie eine Forschung im Bereich Ernährung tätigen würde. Was aber heraus kam, war eine Forschung über Politik, weil im Bereich Ernährung alles politisch und machenschaftlich verwoben ist.
So wie zum Thema Fett, findet man auch dieselben Widersprüche zwischen Forschung und Veröffentlichung zum Thema „Rotes Fleisch“.

 

Seit 1970 hat sich der Konsum von rotem Fleisch um 35 % vermindert. Der von Geflügel ist um 10 bis 15 % gestiegen. Die Ratschläge haben also durchaus Wirkung gehabt. Seit 1800 ist der gesamte Konsum von Fleisch sogar um 37 % gesunken. Sklaven bekamen damals mehr Fleisch als wir heute essen. Gleichzeitig sind aber Diabetes und Krebs gestiegen. Worauf beruhen also diese Warnungen vor Fleisch? Sie beziehen sich ausschließlich auf epidemiologische Studien. Das sind Fragebogen-Studien. Man kann mit diesen Studien alles zeigen, was man möchte. Sie zeigen aber immer nur Korrelation, nie Kausalität, also eine erklärbare Ursache. Die relativen Risiken von rotem Fleisch sind auch aufgrund dieser Studien nur extrem klein bei ca. 17 %. Dabei werden von guten Wissenschaftlern eigentlich keine relativen Risiken unter 100 % als seriös angesehen. Der Grund für diese 17 % liegt auch vermutlich darin, dass Leute, die in den letzten Jahrzehnten rotes Fleisch aßen, gleichzeitig wenig auf die Ernährungsratschläge gaben und sonst auch Ungesundes zu sich nahmen und keinen gesunden Lebensstil befolgten.

 

Nur klinische Studien, bei denen Patienten genau beobachtet werden, können Ursachen finden. Es fanden sich aber keine klinischen Studien, die einen Zusammenhang zwischen rotem Fleisch und Herzinfarkt, Diabetes oder Krebs zeigten. So zum Beispiel die „Polyp prevention“ Studie an über 2000 Leuten, die 4 bis 12 Jahre andauerte, oder die „Women’s Health Initiative“ an 49 000 Frauen, die über 8 Jahre andauerte.

 

Die Organisation IARC (International Agency for Research on Cancer) hat im Jahr 2016 veröffentlicht, dass rotes Fleisch Darmkrebs verursachen sollte. Sie nahmen aber keine klinischen Studienergebnisse als Beweis an. Die Begründung war, dass man keine klinischen Studien zu krebserregenden Stoffen macht, weil es unethisch wäre, die Probanden toxischen krebserregenden Stoffen auszusetzen, wie bei Nikotin. Es wurden nur Zusammenfassungen der Arbeit veröffentlicht, nicht die Arbeit selber. Nach zwei Jahren kam heraus, dass sie nur 14 statt 800 epidemiologische Studien betrachtet hatten. Und nur eine dieser 14 Studien zeigte wahrhaftig einen Zusammenhang zwischen Darmkrebs und rotem Fleisch. Diese Studie war auch noch zu 100 % von der Religionsgemeinschaft der Adventisten durchgeführt worden, die ja Fleisch aus religiösen Gründen verachtet.

 

Der Zusammenhang von Fleisch und Darmkrebs sollte durch eine Tierstudie bewiesen sein. Dabei wurden Mäuse mit reiner Blutwurst gefüttert. Sie zeigten aber auch nur die Neigung zu Darmkrebs, wenn man ihnen kein Calcium gab. Eine andere Tierstudie mit Schweinespeck (bacon) als Futter zeigten sogar eine Minderung der Krebsraten, aber die Studie wurde natürlich nicht veröffentlicht.

 

Übrigens kann man bei allen Stoffen einen krebserregenden Zusammenhang feststellen. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als wöchentlich ein anderer krebserregender Stoff veröffentlicht wurde.

 

Es gibt jetzt viele Gerichtsprozesse in den USA, die Fleischgenossenschaften für Krankheiten verantwortlich machen. Soviel zum politischen Interesse. Die Nahrungsmittelfirmen, die fast ausschließlich Getreide und Pflanzliches weiter verarbeiten, freuen sich über einen größeren Anteil, den ihre Nahrung in Schulen und Krankenhäusern und am Ende auch in allen Haushalten ausmacht. Unser Gesundheitssystem wird immer größer. Das Geschäft brummt!

 

Dieselbe Sache lief zwischen gesättigtem Fett und Herzinfarktrisiko ab. Es gibt keine klinischen Studien, die einen Zusammenhang zeigen. Wohl aber viele getürkte epidemiologische Studien mit geringer Korrelation. Wir sehen aber leider meist nur die Schlagzeile und vertrauen den guten lieben Medien. 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0