· 

Methan

 

Zur aktuellen Fleischsteuer und Methandiskussion habe ich mir einen etwas älteren HPO-Podcast  vom 4. März 2019 mit Professor Dr. Frank Mitlöhner von der University of California in Davis angehört, Episode 77.

 

Während Prof. Mitlöhner nicht abstreitet, dass Methan ein starkes Treibhausgas ist, stellt er heraus, dass der derzeitig zu beobachtende Anstieg an Methan in der Atmosphäre nicht von den Wiederkäuern auf der Erde stammen kann.

 

Methan baut sich in der Atmosphäre im Gegensatz zu CO2 nach circa 9 Jahren ab. Kohlenstoffdioxid dagegen hält sich 100 bis 1000 Jahre. Da die Zahl der Wiederkäuer auf der Erde nicht zugenommen hat, ist auch die Menge an Methan aus dieser Quelle konstant geblieben.

 

Es ist daher zu vermuten, dass der starke Anstieg von Methan in der Atmosphäre vielleicht aus neuen Gasabbaumethoden stammt.

 

Alle Lebewesen auf der Erde atmen nur Kohlenstoffdioxid aus, das vorher von den Pflanzen beim Wachstum eingeatmet wurde. Hier ist also ein regenerativer Kreislauf vorhanden. Dagegen wird durch die Verbrennung von Rohstoffen Kohlenstoff in Form von Methan oder Kohlenstoffdioxid wirklich unwiderruflich freigesetzt, das vorher tief im Verborgenen unserer Erde gespeichert war.

 

Es stellt sich die Frage, wie man Treibhausgase vermindern kann. Und hier macht offensichtlich die Verbrennung fossiler Rohstoffe einen wesentlich größeren Anteil aus als unsere Ernährung. Durch eine Änderung des Lebensstils auf eine vegetarische oder vegane Ernährung kann man sehr viel weniger CO2 einsparen als zum Beispiel durch eine Reduktion des privaten Verkehrs oder des Energieverbrauchs. Der Unterschied ist marginal. Wer nichts mehr isst, wird vielleicht mehr erreichen, aber das würde uns auch nicht weiterbringen.

 

Grundsätzlich ist eine Graslandschaft für den CO2-Gehalt unserer Erde günstiger als der Ackeranbau, denn der Humus speichert eine große Menge an CO2. Das ist so ähnlich wie mit einer Moorlandschaft.

 

Was den Methanausstoß der Wiederkäuer anbetrifft, muss ich noch einen Hinweis von Dr. Peter Ballerstedt hier einbauen: Der Kohlenstoff im Methan (CH4) stammt ja unmittelbar aus der Atmosphäre, denn das Gras, welches die Kuh frisst, hat zur Photosynthese zuvor das CO2 aufgenommen. Hier kommt also wieder der oben erwähnte Kreislauf zur Sprache.

 

Auch die negative Einstellung zu intensiver Tierhaltung ist von Seiten der Ökologen widersprüchlich. Am Beispiel der Milchkühe zeigt Prof. Mitlöhner auf, dass sich ihre Zahl in den USA verringert hat, während sich die Milchmenge erhöht hat. Das liegt an der Optimierung vieler Abläufe wie den Futterzusammensetzungen, den Melkzeiten und auch den Züchtungen. Somit hat sich hier der Methanausstoß nicht erhöht. In den Entwicklungsländern oder in Indien ist die Tierhaltung, was die Milch- und Fleischerzeugnisse anbetrifft, wesentlich weniger effizient. Dort fehlen nämlich Tierärzte, die das Vieh von Parasiten befreien könnten. Diese Parasiten führen häufig zu Tierkrankheiten und somit zum frühzeitigen Tod der Tiere. Außerdem sind sie im Magen-Darm-Trakt der Tiere fleißige Mitesser, was auch wieder eine Uneffektivität der Futterverwertung zur Folge hat.

Den Bericht der EAT Lancet – Kommission hält er in vielen Punkten für falsch. Es handelt sich dabei um ein unseriöses Papier, das falsche Referenzen angegeben hat, falsche Berechnungsmethoden einbezogen hat. Hier ist also ganz offensichtlich wieder einmal eine Interessensgemeinschaft dahinter, welche uns bewusst die nämlich eigentlich so wenig profitable Weidetierhaltung madig  machen möchte, um mehr Einkünfte für verschiedenste Industriesektoren zu ermöglichen.