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Tote Böden

Gabe Brown beschreibt die regenerative Landwirtschaft, durch die er auf seiner Farm folgende Verbesserungen erzielt hat: Einen wesentlich höheren Humusgehalt, Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide bei gleichzeitig erhöhten Erträgen und Gewinnen. Gewinne entstehen natürlich auch durch den geringeren Arbeits- und Materialeinsatz auf den Feldern. Seine fünf Prinzipien schildert er wie folgt:

1.      Entlastung des Bodens: Statt zu Pflügen wird mit einer Direktsaatmaschine gesät. Bei jedem Umpflügen werden Insekten, Mikroben und auch Pilzgeflechte im Boden abgetötet, die zu einem Nährstoffaustausch zwischen Pflanzen und Humus nötig sind. Der Kohlenstoffgehalt im Boden steigt dadurch an. Regenwasser kann dadurch besser aufgenommen werden, statt oberflächlich abzufließen.
2.      Schutz der Erdoberfläche: Der Boden sollte immer bedeckt sein mit Pflanzen oder Pflanzenresten. Dadurch verdunstet die Feuchtigkeit nicht. Unkraut wächst erst recht auf kahlen Flächen. 
3.      Erzeugung von Vielfalt, also Biodiversität: Sowohl die Weiden als auch die Getreide- und Gemüsefelder zeichnen sich bei ihm durch eine starke Vielfalt aus. Bei Letzteren ist lediglich eine Reihe desselben Saatgutes zu finden. Daneben dann eine ganz andere Sorte. So findet zwischen den unterschiedlichen Früchten ein Austausch an Nährstoffen statt und der Boden wird auch nicht einseitig ausgelaugt.
4.      Durchwurzelung des Bodens: Durch Zwischenfrüchte, die er selbst nach späten Ernten noch vor dem Frost anbaut, ermöglicht er, dass der Boden immer durchwurzelt ist. Denn auch im Winter wollen die Bodenlebewesen mit flüssigem Kohlenstoff versorgt werden durch lebendige Pflanzen. Diese Zwischenfruchtmischungen sieht man auch erfreulicherweise bei uns immer mehr.
5.      Einbindung von Tieren: Die Weidehaltung führt man in der regenerativen Landwirtschaft mit einer höheren Besatzdichte durch. Das heißt, dass mehr Tiere pro Fläche grasen, dafür aber immer nur für eine sehr kurze beschränkte Dauer. Rotationsprinzip nennt man das auch. In dieser kurzen Dauer wird der Boden also durch Bewegung angeregt, durch das Weiden werden die Gräser strapaziert, aber gleichzeitig gedüngt. Man ahmt auf diese Weise stärker das Verhalten früherer Wildrinderherden oder Bisons nach. Sie waren meist nur einmal pro Jahr an derselben Stelle, dafür aber wesentlich dichter beieinander. Auch die Schweine führt Gabe Brown über die Felder mit den Zwischenfrüchten, um diese möglichst abzuernten. Natürlich wurden dazu auch Hülsenfrüchte und Erbsen dort mitunter angebaut, die den Schweinen als Futter dienen können. Letzteres ist aber wohl in Europa verboten, da man keine Schweine in Herden ohne Doppelzaunanlagen halten darf.

 

 

 

 

Durch die Biodiversität sind Maßnahmen gegen Schädlingsinsekten nicht nötig. Durch den lebendigen Boden erhalten und den organischen Dünger erhalten die Pflanzen genug Nährstoffe. Durch den guten Humus ist eine künstliche Bewässerung nicht nötig. Der Boden speichert jeden Tropfen Regenwasser und verliert weniger Feuchtigkeit durch Verdunstung.

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