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Carnivore high fat

 

Mit einem Fett- zu Eiweißverhältnis von 2:1 kommt man sicher tief in Ketose. Meist so um die 2,0 mmol/l. Wie bei der klassischen ketogenen Ernährung auch, wird ein Anteil von circa 80 % der Kalorien aus Fett bezogen. 20 % stammen von Eiweiß. Insgesamt beträgt der Fettanteil im Fleisch 30%. Oder zu 100 g magerem Fleisch müsste man 35 g Talg oder Schmalz hinzufügen, um diesen Anteil zu erreichen.

 

Vorteile: Die Ketose wird hiermit stärker erreicht. Das Zufriedenheitsgefühl und auch die Sättigkeit hält lange an. Seit ich dieses Verhältnis anstrebe, sind Nahrungspausen von 10 bis 12 Stunden für mich kein Problem. Meine Tochter hat soeben ein 48 Stunden Fasten hinter sich gebracht. Der hohe Fettanteil ermöglicht geringste Insulinausstöße. Deshalb gibt es viele Leute, die berichten, erst bei so hohen Fettanteilen, an Gewicht verloren zu haben. Viele Leute können also erst durch diesen hohen Anteil an Fett ihre Hyperinsulinämie endgültig beheben. Schließlich ist Körperfett allein auf zu hohe Insulinausschüttungen zurückzuführen, nicht auf zu viele Kalorien. Aber eine zu hohe Kalorienaufnahme ist hier auch fast unmöglich, denn es wird sehr viel Leptin, also Sättigkeitshormon, ausgeschüttet. Die Konzentration läuft auf dieser hohen Stufe der Ketose praktisch auf Hochtouren. Aber nicht nur da Hirn profitiert von der großen Menge an Ketonen, auch das Herz kann mit Ketonen 30 % mehr Leistung vollbringen. Der Ruhepuls wird dagegen sinken.  Wer Ausdauersportler ist, der hat mit diesem perfektionierten Fettstoffwechsel endlose Ressourcen. Die Ärzte von Paleomedicina empfehlen für alle Menschen dieses Fett- zu Eiweißverhältnis. Es sei das natürlichste, an welches der Mensch seit Jahrtausenden angepasst ist.

 

Nachteile: Der Körper sollte aber bereits eine Zeitlang an den Fettstoffwechsel angepasst sein. Die Galle sollte bereits gut genug auf fettreiche Nahrung eingestellt sein, um die Verdauung des hohen Fettanteils zu schaffen. Wer das viele Fett nicht verdauen kann, der erfährt Übelkeit und eventuell Durchfall. Wer bei den Mahlzeiten noch eher auf die Dehnungsrezeptoren des Magens als auf das Sättigkeitshormon Leptin hört, der wird bei diesem Verhältnis einfach zu viel essen. Das müsste sich aber sehr bald bei einer Ernährung mit Null Kohlenhydraten einstellen, denn Leptin wird durch Kohlenhydrate, insbesondere Fruchtzucker, am Überschreiten der Blut-Hirn-Schranke gehindert. Nur als Anhaltspunkt: Ich esse als Frau mit 165 cm Körpergröße zwei Mal täglich ca. 250 g, mal mehr und mal weniger. Was den Sport anbelangt: Auch für Leute, die HIT-Training durchführen ist dieser Anteil an Fett vielleicht zu hoch. Ihre Glykogenspeicher sind nicht so gefüllt, um kurzzeitige Sprints auszuführen. Also Krafttraining und Bodybuilding sind hier nicht übermenschlich möglich. 😉

 

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