· 

Voll-sein versus Satt-sein

 

Während viele unter der Carnivore-Diät auf einen Schlag einen perfekten Rhythmus mit Hunger- und Sättigkeitsgefühl erreichen, merken andere, dass sie doch trotz besserem Wohlbefinden unter der Carnivore-Diät zunächst zunehmen.

 

So in etwa erging es auch mir. Während meine Tochter in den ersten drei Monaten von 60 kg auf 54 kg abnahm und ihre Muskulatur sich stark aufbaute und auch mein Mann mit nur sporadischem Carnivore in den ersten sechs Wochen schon von 89 auf 82 kg abnahm, so blieb ich auf meinem Plateau. Ich fühle mich zwar sehr viel besser und möchte nicht mehr zurück, aber eigentlich bin ich, wenn ich mein altes Essverhalten auf die Carnivore Diät anwende, durchgehend voll und übersatt!

 

Was läuft hier falsch? Die Nur-Fleisch-Ernährung ist nun mal wesentlich nährstoffdichter als eine gemüsereiche Ketodiät. Ich bin es bisher gewohnt gewesen, bis zum Voll-sein zu essen, wenn die Dehnungsrezeptoren des Magens Zeichen geben. Außerdem habe ich mit gelegentlichen Binge-Eating-Attacken, also einem Kontrollverlust beim Essen, meinen Magen vermutlich sehr gedehnt.

 

Deshalb versuche ich, wenn es mir möglich ist, meine Mengen abzuwiegen. Viele haben sich bereits gewundert, warum ich so kleine Mengen zu mir nehme. Nach diesen Mahlzeiten habe ich zunächst für circa 10 Minuten ein komisches Gefühl, weil meine bisherigen Signale mir sagen: „Es geht noch mehr! Du bist noch nicht voll!“. Aber dann bereitet sich das Sättigkeitsgefühl in mir aus. Es ist ein richtig zufriedenstellendes Satt-sein, das mir für die nächsten Stunden auch weiter ganz viel Energie und Kraft gibt statt Müdigkeit und Erschöpftsein. Ich komme so mit zwei Mahlzeiten am Tag aus. Das Körpergefühl ist so viel besser, wenn man einfach nur satt ist, statt voll zu sein! Ein kleiner aber feiner Unterschied!